Juli 2016

Liebe Pfarrgemeinde!

Unser Bischofsvikar, Dr. Rupert Stadler, hat auf dieses Amt resigniert und befindet sich nach einer Operation auf dem Weg der Genesung. Im Namen der Pfarrgemeinde möchte ich ihm herzlich für die fünf Jahre danken, in denen er diese teils sehr schwierige Aufgabe geleistet hat. Sein Anliegen war immer die lebendige Seelsorge vor Ort im Zusammenwirken mit anderen Pfarren. Seelsorgeräume zu schaffen, in denen in gewissen Bereichen der Pastoral eine gemeinsame Ausrichtung und Erleichterung für alle geschaffen werden soll, war ihm wichtig.

Unser Seelsorgeraum, der im Entstehen ist, ist eine Frucht seiner Bemühungen. Ich bitte alle, für ihn zu beten, dankend und bittend.

P. Petrus Hübner, Zisterzienser aus Wiener Neustadt, wird sein Nachfolger im Amt als Bischofsvikar; beten wir auch für ihn, dass die fruchtbare Arbeit gut weiter gehen kann.

„Die Zukunft soll man nicht vorhersehen wollen, sondern möglich machen“, so formulierte einmal Antoine de Saint-Exupery.

In einem Sieben-Punkte-Programm der Diözese heißt es im vierten Punkt: „Wagt gemeinsam Neues und setzt Schritte, um als Gemeinde in die Breite und in die Tiefe zu wachsen:“ Für die Gestaltung der Zukunft, die nur durch uns ermöglicht werden kann, braucht es Glaubenselan. Vom hl. Hieronymus ist das Wort überliefert: „Wer die Hl. Schrift nicht kennt, kennt Christus nicht“. So mögen wir dadurch in die Tiefe und Breite gelangen, indem wir das Wort Gottes mehr und mehr aufmerksam lesen und meditieren.

Für die sommerliche Zeit wünsche ich allen, die das nun abgelaufene Arbeitsjahr aktiv mitgestaltet haben, und allen Pfarrmitgliedern eine erholsame Zeit und Freude an der Schöpfung in ihrer Vielfalt, die zum Genießen einlädt.

 

Mit herzlichem Gruß,

P. Albin Scheuch

Pfarrmoderator

 

Der heilige Bonaventura

Der heilige Bonaventura, eigentlich Johann von Fidanza, wurde von Papst Sirtus V. unter die acht abendländischen Kirchenlehrer mit dem Beinamen: der seraphische Lehrer, erhoben, wegen seines erhabenen Gedankenschwunges und seiner Liebesglut einem Seraph gleich.

Er wurde 1221 in der Stadt Bagnarea in der Toskana von angesehenen, gottesfürchtigen Eltern geboren. Mit der größten Sorgfalt wurde Bonaventura erzogen, machte in allen Kenntnissen glänzende Fortschritte aus heißem Triebe, Gott mehr und mehr kennen zu lernen; liebte Einsamkeit, Gebet und Betrachtung. In seinem 22. Jahre trat er zu Rom in den Orden der Franziskaner, weil er im 4 Lebensjahr auf das Gebet des heiligen Franziskus von einer schweren Krankheit geheilt worden ist. Auf der Hochschule zu Paris studierte er die Gottesgelehrtheit; hier traf er den Heiligen Thomas von Aquin. Beide Jünglinge wurden die innigsten Freunde, und wetteiferten mit einander, in der Wissenschaft des Heils und in der Liebe zu Gott immer mehr und stärker zu wachsen. Der Heilige versenkte sich durch Gebet und Betrachtung, durch Abtötung und Selbstverleugnung und innerliche Sammlung immer mehr in die Tiefen der göttlichen Wissenschaft. Als der heilige Thomas ihn einst fragte, aus welchem Buche er seine Kenntnisse geschöpft habe: deutete er auf ein Kruzifix, und sprach:

„das ist meine Quelle, ich lerne Jesum, und zwar Jesum den Gekreuzigten.”

Sein ganzes Wesen war so rein und lauter, so frei von jeder Sünde, dass er in Adam gesündigt habe. Seiner ungemeinen Kenntnisse wegen musste er schon in seinem 23. Jahr den Lehrstuhl auf der Hochschule zu Paris besteigen, und im 35. Jahr wurde er zum General des Franziskaner Ordens erwählt. Papst Gregor X. ernannte ihn, da er vorher schon ein Erzbistum ausgeschlagen, zum Kardinal und Bischof von Albano, mit dem ausdrücklichen Befehle, sich unverzüglich von Paris nach Rom zu begeben. Mit dem Heiligen Vater ging er zu einer Kirchenversammlung nach Lyon, wo 700 Bischöfe und 70 Äbte zugegen waren, und der Heilige durch die Klarheit und Schärfe seiner Beweise, insbesondere aber durch seine Liebe und Versöhnlichkeit Vieles zur Vereinigung der griechischen Kirche mit der lateinischen beitrug. Hier aber erkrankte er und starb, die Augen auf ein Kruzifix geheftet, in himmlischer Ruhe am Abend des 15. Juli 1274.

 

Gebetsanliegen des Heiligen Vaters:

  • Für bedrohte Volkgruppen – Respekt und die Bewahrung ihrer Identität
  • Die Kirche in Lateinamerika und der Karibik – für einen neuen Elan der Evangelisierung