Juni, Juli und August 2020

Liebe Pfarrgemeinde!

Kein Wort über Corona? Bitte, gerne!
Kirche wurde und wird als Sehnsuchtsort wahrgenommen und viele sind enttäuscht von ihr. Die Sehnsucht wurde nicht erfüllt, weil sie die Hoffnung nicht wirklich zu stillen vermag.
Aber was ist Kirche, die hier auf der Erde verortet ist? Die österliche Zeit ist der eigentliche Angelpunkt und verweist die Kirche an den Ort der Vorläufigkeit.

Sie schmeckt zu sehr nach allem Menschlichen, auch wenn sie in ihrer Botschaft über sich hinausweist. Kirche ist, so formuliert es das II. Vatikanische Konzil, Sakrament des Heils. Hineingenommen in ihr durch die Taufe, verbindet sie Gott mit uns Menschen. In dieser Vorläufigkeit zeigt sie uns den Weg.
Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass dieser Weg der des Heiles ist, der zu Gott führt. Und doch will Maria Magdalena den Auferstandenen festhalten: „Halte mich nicht fest“, so sagt Jesus zu ihr.
Das ist das Bild der Kirche: Die Blickrichtung ist nach oben gewendet.
Kirche vor Ort, aber mit einer neuen Sichtweise der Welt. Die Sendung des
Hl. Geistes lässt die Kirche leben und gibt ihr das eigentliche Antlitz.
Wenn in der Kirche von Reform gesprochen wird, dann darf sie nicht im Selbstgemachten ersticken, sondern muss sich öffnen für den Geist, der lebendig macht.

Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit mit der Bitte, diese Blickrichtung,
in die uns Gottes Geist hineinnimmt, wahrzunehmen.

Mit herzlichem Gruß,
Albin Scheuch
Pfarrmoderator

Feldmesse beim Gottschykreuz