Jänner 2021

Liebe Pfarrgemeinde!

Schon des öfteren wurde ich gefragt, warum die Kirchenglocken zu einer bestimmten Uhrzeit läuten. Gerne nehme ich die Frage auf, um in diesem Brief an Sie, zu antworten.
Unsere Kirche hat vier Glocken: „Hl. Martin“ (688 kg), „Hl. Leopold“ (388 kg), „Hlst. Dreifaltigkeit“ (179 kg) und die kleinste „Guter Hirt“ (60kg).
Die eigentliche Aufgabe des Geläutes ist der Aufruf zum Gebet in seiner Vielgestaltigkeit.

Vivos voco          Die Lebenden rufe ich
Mortuos plango  Die Toten beklage ich
Fulgare frango    Die Blitze breche ich

Dieser Spruch ist oft auf Glocken zu finden und gibt zu bedenken. Wir werden durch den Klang der Glocken gerufen. Um 6.30 Uhr läuten unsere Kirchenglocken zum ersten Mal am Tag. Vor Jahren riefen sie zur Frühmesse um 7.00 Uhr. Heute erinnern sie daran, dass es Zeit wird, schön langsam fertig zu werden, um das Haus zu verlassen; um den Bus zu erreichen oder in die Arbeit zu fahren.
Während des Tages und der Woche nehmen wir das Geläut zu verschiedenen Zeiten wahr. Das ist keinem Irrtum geschuldet, sondern erinnert an Gebetszeiten, zu denen die Glocken rufen.
Jeden Tag um 12.00 Uhr ist das Mittagsläuten – das Angelusläuten. Wir werden zum Gebet des „Engel des Herrn“ eingeladen. Das gleiche geschieht um 19.00 Uhr. Wenn am Freitag um 15.00 Uhr die Glocken vernehmbar werden, erinnern sie an die Todesstunde Jesu. Wir sind gerufen, uns Zeit zu nehmen für einen Moment der Stille und des Gebetes.
Am Samstag hören wir die Glocken um 16.00 Uhr: Damit wird der Sonntag eingeläutet. Von daher hat die Kirche vor 50 Jahren die Sonntag Vorabendmesse eingeführt. Um diese Zeit sollte die Feldarbeit und sonstige berufliche Tätigkeit eingestellt werden.
Bei Beerdigungen läutet die Totenglocke und begleitet gleichsam den Verstorbenen zu Gott und zugleich sollen die Gläubigen an den eigenen Tod erinnert werden.
An Sonn- und Feiertagen gibt es oft eine festgesetzte Läutordnung; so kann man den Festcharakter des Tages hörbar machen.

Auch wenn wir derzeit nicht als Gemeinde gemeinsam Eucharistie feiern können, soll doch das Läuten unserer Kirchenglocken uns zum Gebet rufen.
Auf diese Weise vereinen wir uns doch als Gemeinschaft.

Mit herzlichem Gruß,
Albin Scheuch
Pfarrvikar

Aus dem Pfarrgemeinderat Jänner 2021

Liebe Pfarrgemeinde!

In unserer letzten Mitteilung sind wir noch davon ausgegangen, dass im Jänner
Hl. Messen stattfinden können. Leider hat es die Situation notwendig gemacht, keine öffentlichen Gottesdienste bis vorerst 7. Februar abhalten zu dürfen. Wie es weiter gehen wird, hängt von den Maßnahmen der Regierung und der Stellung der Bischofskonferenz dazu ab. Wir hoffen dann auf eine leichte Lockerung des Lockdown, denn „Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt, sondern sie stirbt nie“ hat Kardinal Schönborn in einem Interview gesagt.

Schön, dass es sich die Sternsinger nicht nehmen haben lassen, trotz verordneter Einschränkungen von Haus zu Haus zu ziehen, ihre Sprüchlein aufzusagen und für die Dritte Welt zu sammeln. Dank ihres Einsatzes und der Spendenfreudigkeit unserer Mitbürger ist eine noch nie so hoch gewesene Summe erreicht worden, die gerade in diesen Zeiten dringend notwendig ist. Danke dafür!

Auch danke für die vielen Spenden an die Pfarre im Rahmen unserer jährlichen Spendenaktion, die es uns ermöglicht hat, trotz eines gewaltigen Rückgangs der Erträge aus dem Klingelbeutel und dem Ausfall der Einnahmen aus den Festen, das vergangene Jahr nur mit einem leichten Minus abzuschließen.

„Hurra, es ist Fasching!“ würden wir gerne rufen und diese Zeit auch im Pfarrsaal entsprechend ausgelassen feiern. Das müssen wir leider auf nächstes Jahr verschieben.

Aber wenn sich viele sobald als möglich impfen lassen, haben wir vielleicht die Chance doch bald wieder Gemeinsamkeit in der Pfarre leben zu können.

Das hofft und wünscht
Der Pfarrgemeinderat