Oktober 2026
Liebe Schwestern und Brüder!
Haben Sie einen Rosenkranz daheim? Vielleicht sogar mehrere? Beten Sie ihn regelmäßig? Oder verstaubt er vielleicht irgendwo unter den Erinnerungsstücken an die Großmutter im Kasten?
Vielleicht mag der ein oder andere jetzt auch einwenden, dass er keinen Zugang zu dieser Form des Gebets finden kann. Und tatsächlich: in mancher Kirche wirkt die Art und Weise, wie dieses schöne und alte Gebet „heruntergeleiert“ wird, nicht gerade einladend, und schon gar nicht geistig aufbauend.
Im Monat Oktober, den die Kirche traditionell mit dem Gebet des Rosenkranzes in Verbindung gebracht hat, möchte ich Sie dennoch einladen, wieder die Schönheit dieses Gebetes zu entdecken.
Viel Geld und Entwicklung wird in die Entwicklung immer neuer Apps und Methoden zur „Meditation“ verwendet: ein Blick in YouTube oder in jede beliebige Musik-App bestätigt das.
Dabei haben wir mit dem Rosenkranz eigentlich eine ideale Form, uns in jene geistige Ruhe und Gelassenheit zu versetzen, die uns immer wieder neu „aus den Quellen“ schöpfen lässt.
Darüber hinaus ist der Rosenkranz eine Form des Gebets, die alle großen „Grundgebete“ unseres Glaubens vereint: Vom Glaubensbekenntnis über das Vaterunser bis zum Ave Maria und dem „Ehre…“, der Ehrung der Dreifaltigkeit, können wir hier die Schätze unseres Glaubens intensiv beten.
Gleichzeitig laden uns die „Geheimnisse“ des Rosenkranzes ein, Jesus Christus auf seinem Weg von der Verkündigung durch den Engel an Maria bis zur Krönung der Gottesmutter durch ihren Sohn zu betrachten. Ihm nachzufolgen. Immer wieder neu, oft auch abhängig von unserer ganz konkreten Lebenssituation, werden wir so Antworten auf unsere Fragen finden.
Und wir sind dabei nicht allein: viele Heilige haben uns ausdrücklich dieses Gebet des Rosenkranzes empfohlen, es als Unterstützung ihres eigenen Weges erfahren.
Und Gebet ist etwas, was unsere Zeit, wie jede andere auch, dringend benötigt.
Die Konflikte und Spannungen auf der Welt scheinen uns oft zu überwältigen. Aber als Christen, die in der Hoffnung auf die Auferstehung leben, im Wissen darum, dass Jesus unser aller Kreuz getragen hat, dürfen wir auch nicht in Fatalismus und Apokalyptik versinken. Die Weltgeschichte zeigt, dass es weit schwierigere Zeiten als die unsere gab. Auch das sollte öfters gesagt werden, auch wenn es keine schnellen Schlagzeilen produziert.
Bleiben wir also zuversichtlich und froh, getragen von dem Glauben, den Maria, die Königin des Rosenkranzes gelebt und weitergegeben hat.
Gottes Segen,
Pfarrvikar Mag. Mark Eylitz