November 2020

Liebe Pfarrgemeinde!

„Gut sterben dürfen“, so lautet der Titel eines Berichts in der Wiener Kirchenzeitung. Das Thema Sterbehilfe wird vom Verfassungsgericht derzeit beraten. Es geht darum, ob das Verbot der Sterbehilfe gelockert werden soll.

Ist es human, jemanden zum Sterben zu verhelfen, wenn das Leid und die Schmerzen zu groß werden? Statt Sterbehilfe soll Hilfe im Sterben geboten werden. Kardinal Franz König sagte einmal, nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen sterben.

Dahinter steht jenes christliche Menschenbild, das dem Leidenden eine Würde gibt bis zum natürlichen Ende.

Leid und Schmerz können wir nicht vergessen machen, indem es abgetötet, sondern in der Verantwortung gegenüber dem Einzelnen in das menschliche Leben einbezogen wird.

Natürlich flieht das eigene Leben vor Leiden und unsäglicher Krankheit. Aber wir haben durch die Medizin Mittel zum Leben erhalten und schmerzfreie Therapien. Noch wichtiger ist, und das lässt sich nachweisen, die menschliche Nähe. Überall wo Leid, Trauer, Angst, Gefahr und Unheil lauert, ist menschliche Nähe immer hilfreicher als das sich Ausliefern der Angst.

Was also mitten im Leben als lebenswert begegnet, gilt auch in der letzten irdischen Lebensphase von Menschen. Nähe und liebende Hinwendung sind oftmals die besten Begleiter.

Wenn wir im November besonders unserer Verstorbenen gedenken, wissen wir um so manches Leid in deren Leben. Wir wissen aber auch um die liebende Verantwortung und Begleitung im Sterben.

Getrost dürfen wir unsere Verstorbenen Gott anvertrauen und dankbar sein für ihr Leben mit und unter uns.

 

Mit herzlichem Gruß,

Albin Scheuch

Pfarrmoderator